![]() Kirchenjahr |
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Kirchenjahr - ein
Haus in der Zeit Unser ganzes Leben verläuft nach einem Rhythmus. Wir leben im Wechsel von Tag und Nacht, Ruhe und Arbeit, von Alltag und Feiertag. Das Kirchenjahr meint den eigenen Rhythmus, nach dem in der christlichen Gemeinde die Wochen und Feste im Laufe eines Jahres gestaltet werden. Im Wesentlichen vergegenwärtigt das Kirchenjahr das Leben Jesu Christi und seine Bedeutung für uns Menschen. In seinen Grundzügen geht das Kirchenjahr auf die Alte Kirche zurück, so dass vieles den verschiedenen Konfessionen gemeinsam ist. Das Kirchenjahr beginnt am 1. Advent. Es steht nicht im Gegensatz zum bürgerlichen Kalender, aber es setzt andere Schwerpunkte. Die Kirchenjahresfeste sind eine heilsame Unterbrechung des Alltags. Das Kirchenjahr will Zeit und Raum geben, Gott in der Gemeinschaft der Christen zu feiern und daraus Kraft für den Alltag zu schöpfen.
Mit dem Kirchenjahr sind wechselnde Farben verbunden, erkennbar an den Paramenten, den Tüchern an Altar und
Kanzel und evtl. der Stola (= schalähnlicher, langer, schmaler
Umhang) auf dem Talar. Das lichte Weiß ist die Christusfarbe
zu Weihnachten (Fest der Geburt Christi), Epiphanias (Fest
der Heiligen 3 Könige) und Ostern (Fest der
Auferstehung Christi vom Tode). Dagegen weist das Schwarz als
Verneinung jeder Farbe auf den Tod Jesu. Mit Violett als Bußfarbe
kündigen Advent und Passionszeit die hohen Feste an und bereiten darauf vor. Grün als ruhige Farbe lässt in den Wochen nach Trinitatis (Fest
der heiligen Drei-Einigkeit von Gott Vater, Sohn und
Heiligem Geist) an Wachsen und
Gedeihen, an Hoffnung und stetigen Segen denken. Rot erinnert an feurige
Flammen wie zu Pfingsten (Fest des Heiligen Geistes, der auf die
Apostel herabkam) , an die Liebe, an den Heiligen Geist.
Trinitatis
Trinitatis (lateinisch: „Dreifaltigkeit") ist das
Dreifaltigkeitsfest/ Dreieinigkeitsfest am ersten Sonntag nach Pfingsten. Das
Fest wurde erst 1334 in den Römischen Kalender eingeführt und ist der Verehrung
der drei göttlichen Personen Gottvater, Gottsohn und Gott Heiliger
Die zwei Begriffe Dreifaltigkeit bzw. Dreieinigkeit spiegeln die Schwierigkeit der Rede von dem einen Gott, der sich in drei Personen zeigt wieder. Trinitatis ist der Beginn der Zeit im
Kirchenjahr, die ohne große Feste ist. Die Sonntage werden „nach Trinitatis"
gezählt:
Pfingsten Pfingsten (von griechisch „pentekoste",
„der fünfzigste Tag") ist das Fest der Entsendung des Heiligen Geistes. Es geht
auf das jüdische Wochenfest
Als „Pfingstwunder" bezeichnet man die wunderbare Fähigkeit der Jünger in allen Sprachen zu sprechen und alle Sprachen zu verstehen. Das Evangelium soll allen Menschen unabhängig von ihrer Nation verkündigt werden. „Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen." (Apostelgeschichte 2,1-4) Symbol für das Pfingstgeschehen sind Wind und Feuerzungen. Der Wind steht für die Unverfügbarkeit des Geistes, der weht, wo er will. Die Geistesgaben sind Geschenk Gottes und nicht eigener Verdienst. Das Feuer steht für die Liebe und Leidenschaft für die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus, für das die Jünger an Pfingsten begeistert werden. Pfingstbräuche Ein Brauch, der in Deutschland praktiziert wird, ist
das so genannte „Birkenstecken"(1).
In der Pfingstnacht machen sich Junggesellen auf, um ihrer Liebsten eine Birke
an die Hauswand zu stellen. Dies symbolisiert seine Zuneigung zu ihr. Zudem ist es in einigen
Landstrichen üblich, eine Kalkspur von der gesteckten Birke bis zum Haus des
Junggesellen zu streuen, um die Herkunft der Birke aufzuklären.
Ostern
Ostern – das Fest der Auferweckung Jesu – ist das wichtigste und älteste christliche Fest. Ostern ist die Mitte des Kirchenjahres und das Zentrum des christlichen Glaubens. Die Bibel erzählt, dass Jesus am dritten Tag nach seinem Tod von Gott zu neuem Leben auferweckt wurde. Ostern und das jüdische Passafest Ostern steht in enger Nähe zum jüdischen Pessach (Passa), das die göttliche Befreiung aus Ägypten feiert. Christen feiern die Befreiung vom Tod in der Auferweckung Jesu.Nach dem Zeugnis des Neuen Testaments fiel der Tod Jesu auf das Pessachfest fällt. Die christliche Tradition hat darüber hinaus auch inhaltliche Elemente des Pessachfestes aufgenommen und auf Jesus bezogen. Dazu gehört das Symbol des Osterlammes, das an die zu Pessach im Jerusalemer Tempel geschlachteten Lämmer erinnert. In der frühen Christenheit wurde ein christliches Passafest gefeiert, das am Ostermorgen in den Jubel über die Auferweckung Jesu mündete. Der Sonntag als „Wochenostern
Der allwöchentliche Ruhe- und Feiertag der Christen, der Sonntag
ist das sogenannte „Wochenostern“, ein Auferstehungfest. Wann wird Ostern gefeiert?
Der jährliche Ostertermin wechselt. Ostern wird stets am ersten
Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Osterbräuche: Es gibt zahllose Osterbräuche und Symbole, die versuchen das neue Leben das in Christus begonnen hat auszudrücken. In das christliche Osterfest sind viele Bräuche der germanischen Frühlingsfeste eingeflossen. Dazu gehören die Osterfeuer, Osterräder, der Osterhase, Ostereier und vieles mehr.
Passion
Was heißt Passion? Passion ist die Bereitschaft, Leiden auf sich zu nehmen. Sie ist ein unübersehbares Kennzeichen des Weges Jesu von Nazareth. Er setzt sich nicht nur der irdischen Begrenztheit, Schuld und Versagen, Vergänglichkeit und Tod aus, sondern er duldet das schmachvolle und quälende Sterben am Kreuz. Jesus antwortet auf die Gewalt nicht mit Gegengewalt. Das Kreuz macht deutlich, wieweit menschliche Sünde gehen kann: Gott selbst, der in Jesus Christus die Liebe zu den Menschen verkörpert, wird in Frage gestellt und ausgestoßen. Gott muss sich, um die Sünde zu überwinden, in das Leiden und den Tod begeben. Und er zeigt sich gerade darin als der Gott der Liebe und des Lebens, der Jesus zu neuem Leben auferweckt. So ist das Kreuz steht für die Einsicht und Erfahrung, dass zu unserer Welt die Realität von Leiden und Tod ebenso gehört wie die Realität eines neuen Anfangs und die bleibende Zuwendung Gottes. Wie gliedert sich die Passionszeit? Die Passionszeit beginnt am Aschermittwoch und dauert bis Karsamstag. Sie umfasst vierzig Tage, da die Sonntage und Gründonnerstag nicht als Fastentage gerechnet werden. In dieser Zeit begleiten Christen an den verschiedenen Sonntagen den Weg Jesu nach Jerusalem, den Ort seines Todes. Sonntag Invokavit: Jesus wird auf die Probe gestellt – wie wir. Sonntag Reminiszere: Jesus wird den Menschen ausgeliefert Sonntag Okuli: Was es heißt Jesus nachzufolgen Sonntage Lätare und Judika: Jesu Hingabe (Die lateinischen Bezeichnungen der Sonntag stammen von den Psalmen des jeweiligen Sonntags.) Fasten- oder Passionszeit? Und heute? Die Karwoche Palmsonntag (6. Passionssonntag): Jesus zieht in Jerusalem ein
Gründonnerstag:
Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu
Karfreitag: Jesus wird
von den Römern hingerichtet und stirbt am Kreuz
Karsamstag: Tag der
Grabesruhe Jesu
bis endlich in der Osternacht der Sieg
des Lebens über den Tod gefeiert wird.
Epiphanias Epiphanias bzw.
Das
Fest geht ursprünglich auf einen römischen Kaiserkult zurück, bei dem zu Beginn
des Jahres der Kaiser in einem bestimmten
Zeremoniell als Gott gefeiert wurde. Die Christen, welche es ablehnten den
Kaiser als Gott anzubeten, machten daraus das Epiphaniasfest. In der katholischen Kirche und in
vielen Kalendern ist das Epiphaniasfest vor allem
als Dreikönigsfest bekannt. Das Fest wird den so genannten "drei Weisen
aus dem Morgenland" zugeordnet, die laut dem
Matthäusevangelium einen hellen Stern sahen, der ihnen die Geburt eines Königs
ankündigte. Sie
folgten dem Stern und
fanden das Christkind im Stall von Bethlehem und beteten
es an.
Jahreswechsel
Mitten in die Weihnachtszeit fällt der Wechsel des Kalenderjahrs – Silvester und
Neujahr sind keine ursprünglich christlichen Feste. Das Kirchenjahr als
Christusjahr hat ja schon am Ersten Advent begonnen.
Aber für viele Menschen haben diese Tage „zwischen den Jahren“ eine tiefe Bedeutung. Rückblick ist angesagt auf das Gelungene des letzten Jahres und auf dessen Belastungen. Und natürlich Ausblick und gute Vorsätze für das Neue Jahr.
Karl-Heinrich Bieritz (*10.12.1936 in Schmalkalden, Thüringen, evangelischer
Theologe, Berlin / Rostock,) schreibt zum Altjahresabend:
„In die
Weihnachtswoche,
die alte Festwoche, fällt der Jahreswechsel. In evangelischen
Gemeinden gehört ein Gottesdienst am Abend des 31. Dezember — neuerdings immer
häufiger auch in der Nacht — zur festen Praxis. Dies stellt zugleich eine Art
Kontrastprogramm zur lärmigen, besinnungslosen Geschäftigkeit dar, die die
Weiter
schreibt
Bieritz zum Neujahrstag: „Nach der Chronologie des Lukas findet acht Tage nach
der Geburt die Beschneidung des Kindes statt, bei
der es den Namen Jesus erhält. Diese Notiz gab Anlass, den 1. Januar als Tag der
Beschneidung und Namensgebung
Jesu zu begehen. Daneben gab es schon in der Alten Kirche den Brauch, die ersten
drei Januartage mit Bußgottesdiensten
und Fastenübungen zu begehen und Christus als Herrn der Zeit zu verkünden. Martin
Luther polemisierte gegen den Brauch, »das Neujahr auszuteilen auf der Kanzel«,
und forderte, stattdessen über die Beschneidung und den Namen Jesu zu predigen.
Für ihn begann das neue Jahr mit Weihnachten. Dennoch hielt sich in den
evangelischen Kirchen der Gottesdienst zum Neujahrstag.“ (Abbildung: Aus dem Antwerpener Schnitzaltar in der kathol. Pfarrkirche Heilig-Kreuz in Geilenkirchen-Süggerath, Quelle: Internet) Zum Brauch in vielen Evangelischen Gemeinden ist es geworden, zum Jahreswechsel das Lied von Dietrich Bonhoeffer (*4.2.1906 in Breslau, ermordet am 9.4.1945 im KZ Flossenbürg, evangelischer Theologe) zu singen: 1. Von guten Mächten treu und still umgeben, / behütet und getröstet wunderbar, / so will ich diese Tage mit euch leben / und mit euch gehen in ein neues Jahr. // Von guten Mächten wunderbar geborgen, / erwarten wir getrost, was kommen mag. / Gott ist bei uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag. 2. Noch will das alte unsre Herzen quälen, / noch drückt uns böser Tage schwere Last. / Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen / das Heil, für das du uns geschaffen hast. // Von guten Mächten wunderbar geborgen, / erwarten wir getrost, was kommen mag. / Gott ist bei uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag. 3. Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern / des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, / so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern / aus deiner guten und geliebten Hand. / // Von guten Mächten wunderbar geborgen, / erwarten wir getrost, was kommen mag. / Gott ist bei uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag. 4. Doch willst du uns noch einmal Freude schenken / an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, / dann wolln wir des Vergangenen gedenken, / und dann gehört dir unser Leben ganz. // Von guten Mächten wunderbar geborgen, / erwarten wir getrost, was kommen mag. / Gott ist bei uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag. 5. Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, / die du in unsre Dunkelheit gebracht, / führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. / Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht. / // Von guten Mächten wunderbar geborgen, / erwarten wir getrost, was kommen mag. / Gott ist bei uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag. 6. Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, / so lass uns hören jenen vollen Klang / der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, / all deiner Kinder hohen Lobgesang. // Von guten Mächten wunderbar geborgen, / erwarten wir getrost, was kommen mag. / Gott ist bei uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag. Ein gutes, gesundes und gesegnetes Neues Jahr!
Weihnachten – Das Christfest
Das Fest der Geburt Jesu Christi Christen glauben: In Jesus Christus wird Gott Mensch. Hauptfest ist der 25. Dezember, der an
seinem Vorabend mit dem „Heiligen Abend" beginnt. Die Weihnachtszeit, im
Kirchenjahr gekennzeichnet durch die Farbe weiß,
Weil sich neben „Bethlehem" und „zur Zeit des Kaisers Augustus" (erster römischer Kaiser, 63 vor Chr. bis 14 nach Chr.) nichts Genaueres über ein Geburtsdatum Jesu in der Bibel findet, hat der Termin des Christfestes symbolische Bedeutung. In Rom wurde im 3. Jahrhundert n. Chr. in der dunkelsten Zeit des Jahres, am 25. Dezember, das heidnische Fest der „Unbesiegbare Sonne" gefeiert. Demgegenüber bekannten Christen mit dem Geburtstag Jesu Christi: in Jesus ist das Licht der Welt und die Sonne der Gerechtigkeit erschienen. Als Mensch, der als Kind in der Krippe zu finden ist, ist Gott zur Welt gekommen. Im
Mittelalter entstand der Brauch des Krippenspieles. 1223 inszenierte Franz von
Assisi (Ordensgründer in Italien, 1181/82 - 1226) erstmal
das Weihnachtsgeschehen mit lebenden Tieren und Menschen. In vielen Kirchen wird
noch heute an Weihnachten die Weihnachtsgeschichte aus Lukas 2 nachgespielt. In
vielen Familien ist es üblich zu Hause eine Krippe mit Figuren aus Holz oder Ton
aufzustellen. Die Tradition des Christbaumes gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert. Der Christbaum hat sich aus dem „Paradiesbaum" des Mittelalters entwickelt, der mit Äpfeln geschmückt war. Die klassischen roten Kugeln erinnern noch daran. Strohsterne erinnern an den Stern von Bethlehem, der die Geburt Jesu anzeigte und den Weisen aus dem Orient den Weg zur Krippe zeigten. Der Brauch des Schenkens zu diesem großen Familienfest kann auf die Zuwendung und Liebe Gottes verweisen. Davon soll auch menschliches Miteinander bestimmt sein. Und wer bringt die Geschenke? - Der Nikolaus oder das Christkind?
Vom Nikolaus wird folgende Legende berichtet: Ein
Diese Legende bildet das Vorbild für die großzügige Bescherung von Kindern. Zunächst gab es nur den Nikolaus, der am 6. Dezember Geschenke brachte. In evangelischen Gebieten wurde die Bescherung durch den heiligen Nikolaus abgeschafft, weil man die Heiligenverehrung ablehnte. Bei evangelischen Christen beschert seitdem Gott selbst: An Weihnachten - als der „heilige Christ"! So entstand das Christkind. Mit der Zeit wurde aus der Bischofstracht des heiligen Nikolaus ein roter Mantel mit weißem Pelz und die Mitra, die Kopfbedeckung der Bischöfe, wich einer roten Zipfelmütze. So wurde (und wird bis heute) in einigen Regionen Deutschlands an Weihnachten auf das Christkind gewartet, in anderen Gegenden kommt der Nikolaus.
Advent heißt
In den
Gemeinden und darüber hinaus wird bereits vorweihnachtlich gefeiert, während die
Geschäftigkeit vieler Festvorbereitungen einer Einkehr und Besinnung eher
hinderlich sein mag. Das
Violett als liturgische
(Buß-) Farbe setzt für diese Zeit auch einen fragenden Ton: Wie steht es mit den
Erwartungen für das eigene Leben, für Familie und Freundschaft, für das
Miteinander hierzulande und unter den Völkern, für den Lauf der Welt? Es gibt viele vorweihnachtliche und adventliche Bräuche. Für Kinder gibt es Adventskalender verschiedenster Ausprägung.
Für
Der Adventskranz mit seinen vier Kerzen weist auf das Licht hin, das Christus in die Welt gebracht hat. 1839 ließ in Hamburg der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern (1808-1881) im Betsaal seines Hauses für Arme (des „Rauhen Hauses“) zum ersten Mal einen hölzernen Leuchter mit 23 Kerzen aufhängen – 19 kleine rote für die Werktage bis Weihnachten, vier dicke weiße für die Sonntage.
Ewigkeitssonntag
Wir
begehen
den Ewigkeitssonntag, den letzten Sonntag des Kirchenjahres, als Ausdruck
unserer Hoffnung für alle Toten und Lebenden und für die Zukunft der Welt. An
diesem Sonntag, der auch Totensonntag heißt, wird in den Kirchen der
Verstorbenen des vergangenen Jahres gedacht. In vielen Gottesdiensten werden
ihre Namen verlesen. Das Andenken der Toten wird damit über den Kreis der
Angehörigen hinaus in der Gemeinde in Ehren gehalten. Die Lebenden werden
zugleich an die Grenzen ihres eigenen Daseins erinnert.
Buß- und Bettag Zum Buß- und Bettag (in diesem Jahr: 18.11.) vgl. die interessante Seite der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, sowie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Reformationstag
Es gibt noch weitere Gedenktage
die sich auf die „eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche“ beziehen
und bedenken, was es heißt, als Christ zur „Gemeinschaft der Heiligen“
(Glaubensbekenntnis) zu gehören. So werden da und dort noch Aposteltage
wie Petrus und Paulus am 29. Juni begangen oder Märtyrertage wie
Stephanus am 26. Dezember; auch an Glaubenszeugen der älteren und neueren
Geschichte kann gedacht werden. Ebenso erinnert das Kirchweihfest (oft im
Oktober) Christen an ihren Auftrag. „Als lebendige Steine erbaut euch zum
geistlichen Haus und zur heiligen Priesterschaft.“ (1. Petrus 2) Rot als Farbe
des Heiligen Geistes verbindet diese Feste der Kirche. Erntedankfest Erntedank
wird auf dem Lande wie auch in der Stadt gefeiert, denn es geht um mehr als das
Ernten auf Feldern, in
Auch wenn der Altar zumeist mit geernteten Früchten geschmückt wird, zeigt das Erntedankfest den Zusammenhang von menschlicher Arbeit und Anstrengung mit dem empfangenen Segen, über den nur Gott verfügt. „Es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.“ (Matthias Claudius) Das wird im Blick auf die Nahrung, die wir brauchen, und die Natur, von der wir in hohem Maße abhängig sind, besonders deutlich. Die zur Kirche gebrachten Gaben anschließend bedürftigen Menschen weiterzugeben, verbindet Dankbarkeit und Teilen als praktizierte Nächstenliebe. „Gutes zu tun und mit anderen zu teilen, vergesst nicht, denn solche Opfer gefallen Gott.“ (Hebräer 13). Erntedank ist auch eine Feier der Wunder der Schöpfung, die uns daran erinnert, dass wir uns das Leben nicht selbst geben, sondern es von Gott bekommen.
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