2. Advent - Familiengottesdienst und Konzert

Ein zweiter Advent, der in Erinnerung bleibt

2. Advent 2018, 1. Teil - Aus dem Lautsprecher dröhnte der saisonale Dauerschlager. Hinter einem großen Punschtopf schunkelten rot bezipfelmützte Jugendliche mit Glühweinbechern in den Händen und grölten lauthals Last Christmas, I gave you my heart… . Weihnachtsmarktstimmung eben. Wo? Unglaublich: in St. Paul! ‚Unsere‘ Diakonin Magdalena Kurth mit den Konfis und Diakon Toni Barthel von der kath. Pfarreiengemeinschaft Heidingsfeld mit der Gruppe ‚Glaube und Licht‘ hatten einen bemerkenswert anderen Gottesdienst vorbereitet. In szenischen Darstellungen wurde das heute leider weit verbreitete  „aktuelle Weihnachten“ (s.o.) konfrontiert mit dem „eigentlichen Weihnachten“ von Liebe, Güte und Gerechtigkeit.

Vor 2000 Jahren  war Jesus im Heiligen Land als Wanderprediger unterwegs. Bei den verschiedensten Menschen machte er Halt, half ihnen vorurteilslos, und viele schlossen sich ihm an. Am Sonntag, den 09.12.2018, machten sich Diakon Barthel und ein Konfirmand auf den Weg durch das Kirchenschiff und hielten immer wieder an, um zusammen mit weiteren Akteuren an eine Vielzahl der Wundertaten Jesu zu erinnern. Beeindruckt verfolgten die Kirchenbesucher, wie z.B. die Heilung eines Gehörlosen, die Speisung der Fünftausend am See Genezareth oder das Gleichnis vom barmherzigen Vater nachgestellt wurde. Während die Darsteller dann weitergingen, las ein Jugendlicher begleitend von der Kanzel herab die entsprechenden Evangelientexte vor. Diejenigen, denen geholfen worden war, schlossen sich dem Zug durch St. Paul  jedes Mal an. Als letztes riefen zwei KiTa-Kinder „Wir wollen auch mit!“ und folgten der langen Reihe Mitspieler auf dem Weg zur Krippe, dem Symbol für Weihnachten: Alle Menschen sind eingeladen, zu Gott zu kommen. Ohne Angst oder Misstrauen. Wie Kinder, die immer auf die Liebe ihrer Eltern vertrauen und nicht zweifeln, dass sie geliebt werden!

„Gott mag Kinder, große und kleine, dicke, dünne, kurze oder lange Beine, rotes, blondes, schwarzes Haar, Gott mag Kinder, das ist wunderbar!“ bekräftigten die KiTa-Kinder mit einem Lied diese Erkenntnis.

Anschließend begrüßte KiTa-Leiterin Alexandra Meule erneut zwei neue Mitarbeiterinnen in ihrem Team, und Diakonin Magdalena Kurth gab ihnen den Segen für ihr künftiges Wirken in St. Paul. Das Ende des Familiengottesdienstes bildete Der Klassiker der Gruppe ‚Glaube und Licht‘, wie Frau Kurth es bezeichnete. Gemeinsam ging man aufeinander zu und setzte das inzwischen wohlbekannte Lied „Von Mensch zu Mensch eine Brücke bau’n, dem andern tief in die Augen schau’n…“ in Bewegung um.
 

Gut gelaunt und fröhlich das Erlebte diskutierend strömten die Kirchenbesucher schließlich hinüber in das Gemeindehaus und ließen es sich bei adventlichem Lichterglanz, Kaffee und Kuchen noch eine Weile gut gehen.

 

2. Advent 2018, 2. Teil

„Ein tolles Zuhören und viel Spaß!“ waren der Wunsch von Rebekka Leitloff, nachdem sie die Gäste in der Kirche begrüßt hatte. Viele waren gekommen. St. Paul war tatsächlich voll – und das, obwohl es in Würzburg und Umgebung so viele „Parallel- und Gegenveranstaltungen“ gab! Das Programm versprach aber auch ein abwechslungsreiches Hörerlebnis – sozusagen „für jeden etwas dabei“. Genauso präsentierten sich Instrumentalisten und Sänger: Teenager, Großeltern und ‚Die Dazwischen‘ trafen sich in der Musik und lieferten gemeinsam ein wunderschönes Adventskonzert ab!

Lebhaft und frisch begann die bereits seit drei Jahren in St. Paul bekannte und beliebte Streichergruppe „Paleso Trio“ mit einer Sarabande von Carl Bohm. Die jungen Musiker integrierten sich anschließend in das Orchester „Ensemble Allegretto“ unter Leitung von Roswitha Pax, dessen Vivaldi-Concerto in d-moll allgemein begeisterte.   

Mit der Verpflichtung von drei Gesangssolisten (Aurelia Moritz – Sopran, Martin Pauli – Tenor, Tobias-Kuno Germeshausen – Bass) hatte Rebekka Leitloff ein weiteres Highlight gesetzt, denn  einerseits wurde Durantes „Vergin, tutto Amor“ zu Gehör gebracht, andererseits konnte die bekannte Bach-Kantate „Nun komm der Heiden Heiland“ mit entsprechender Besetzung aufgeführt werden. Der neu entstandene Projektchor hatte diese Kantate, wie auch die restlichen Lieder, seit Mitte Oktober unter Leitung von Rebekka Leitloff einstudiert.

Das folgende Instrumentalstück des türkischen Komponisten Fazil Say, kraftvoll vorgetragen von Hinrik Strömer am Klavier, überraschte und beeindruckte die Zuhörer sehr. „The Lord bless you and keep you“ (John Rutter), der aaronitische Segen und bekannt seit der Hochzeit des britischen Prinzen Harry im Mai 2018, sowie Leonard Cohens „Halleluja“ verzauberten das Publikum durch ihre abwechslungsreiche Performance.
Sowohl das feinfühlige Dirigat, als auch die deutliche Artikulation des Chores in der Fremdsprache und der engagierte Einsatz aller Musiker trugen ihren Teil dazu bei (wobei der Nebenschauplatz des ‚rennenden Schlagzeugers‘ ungewollt zusätzliche Heiterkeit auslöste)


Mit „Tochter Zion“ von Händel ‚für alle‘ schloss das Konzert. Bei vielen Besuchern löste sich die Spannung - sie sangen gern und aus voller Brust mit und spendeten reichlich Applaus.

Danke für diese abwechslungsreiche, höchst unterhaltsame Stunde! Es war wirklich „Ein tolles Zuhören und viel Spaß!“  -kvt-