Amtsnachfolge St. Paul

Pfrin. Herma Teschke
Bildrechte: Pfrin. Herma Teschke

Liebe Gemeinde,
am 7. Juni wählte der Kirchenvorstand Frau Pfarrerin Herma Teschke zur Amtsnachfolge unseres bisherigen Pfarrers Stephan Schmidt.
Wir sind sehr erfreut, dass unsere Pfarrstelle so schnell wieder besetzt werden kann.
Pfarrerin Herma Teschke stammt aus dem Rheinland. Sie studierte Musik und Theologie.
Ihr Vikariat absolvierte sie in Bernkastel-Kues an der Mosel. Anschließend wirkte sie während der Probedienstzeit in der Königsberger Diakonie in Wetzlar und bei Gießen. Danach hatte sie eine geschäftsführende Pfarrstelle in Oberösterreich inne.
Seit 2010 ist sie als geschäftsführende Pfarrerin in Weißdorf im oberfränkischen Dekanatsbezirk Münchberg tätig.
Der Einführungsgottesdienst findet am 10.10.2021 um 14 Uhr mit Dekan Dr. W. Slenczka statt (Teilnahmebedingungen werden entsprechend der Corona-Situation rechtzeitig bekannt gegeben).

Interview mit Pfrin. Herma Teschke
Was hat Sie zu diesem Wechsel bewogen?
Nach fast 11 Jahren auf einer Pfarrstelle kann ein Wechsel für alle Beteiligten sinnvoll sein. Als ich mir darüber Gedanken machte, wurde ich auf Heidingsfeld aufmerksam. Ich fühlte mich angesprochen vom Dreiklang im hiesigen evangelischen Gemeindeleben: Gutes geistlich-seelsorgliches Klima, sozial-diakonische Aktivitäten und fruchtbare Verbindungen zum kulturellen Umfeld. Zusammen mit einem engagierten Kirchenvorstand diese Dynamik lebendig weiterzuentwickeln – manches auch in Kooperation mit den Nachbargemeinden – ist eine für mich sehr attraktive Einladung.

Worauf freuen Sie sich bei Ihrer neuen Aufgabe?
Ich freue mich auf die kreativ-konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand, auf das Kennenlernen der Menschen in Heidingsfeld und im Steinbachtal und auf die gottesdienstliche Vielfalt in St. Paul. Ich bin auch gespannt auf die Gesprächskreise, die Ökumene vor Ort, auf die Kinder und Erzieherinnen im Kindergarten. Ich freu mich auch auf Beziehungen zu den örtlichen Vereinen. Vielleicht gibt´s da ja auch wieder einen für eine Mitgliedschaft meinerseits.

Wovor haben Sie den größten Respekt bei der neuen Aufgabe?
Wenn ich die Frage richtig verstanden habe, geht es um die größten Herausforderungen, die ich auf mich zukommen sehe.
Nun, das ist für mich all das, was sich mit den Stichworten „Kindergarten“ und „Jugendarbeit“ verbindet - im Ausblick auf die nächste Generation in Kirche und Gesellschaft.
Einen Kindergarten in der eigenen Gemeinde zu haben, bedeutet für mich, Kirche zukunftsorientiert gestalten zu können. Es ist eine ganz wunderbare Chance, gute Saat im biblischen Sinne aussäen zu dürfen. Im Kindergarten erfahren unsere Kinder aus den biblischen Geschichten anschaulich und unmittelbar christliche Werte. Das prägt sie in einmalig positiver Weise fürs ganze Leben.
Und dann kann auch die Kindergottesdienst-, Jungschar-, Konfirmanden-, Jugend- und Junge- Erwachsenen-Arbeit daran weiterarbeiten. In späteren Jahren ist der Boden bereits verhärteter. Mag sein, dass gute Anfänge eine Zeitlang verschüttet werden! Aber was in jungen Jahren gesät wurde, hat im Unbewussten doch Wurzeln geschlagen und kann im Erwachsenenalter durch Gottes Fügung zu blühenden und fruchttragenden Bäumen ausschlagen; und dies mit besten Folgen für unsere Gesellschaft in unserem demokratischen Rechtsstaat.
Damit dies jedoch gelingt, braucht‘s dafür sehr gut qualifiziertes Personal. Um dieses zu gewährleisten, würde ich mich gern voll einsetzen und lieber anderswo sparen. Und wenn das für die Kirchenfinanzen aufgrund der neuen Landesstellenplanung schwierig erscheinen sollte, könnte ich mir für diese so vorrangig wichtige Investition in die Kinder- und Jugendarbeit notfalls auch eine Finanzierung auf Spendenbasis vorstellen.
 
Was werden Sie vermissen?
Das werde ich erst merken, wenn ich in Heidingsfeld sein werde. Im Moment nehmen mich in Weißdorf noch viel zu viele Dinge in Anspruch. Aber eines kann ich vielleicht doch schon jetzt sagen: den herrlich aromatisch ausgewogenen Münchberger Klostertropfen vom Schöpf aus Münchberg!

Was wünschen Sie sich für Ihren Dienstantritt?
Geduld und Nachsicht, Tipps und Hilfestellung, Vertrauen und Sich-Zeit-nehmen von allen Beteiligten, bis ich mich mit allem ganz vertraut gemacht habe.
Oder anders gesagt: Das Beherzigen der Jahreslosung 2021, „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ (Lk 6, 36) und des Gemeindeleitsatzes von St. Paul, „Gemeinde lebt von Menschen, die sich im Namen Gottes zusammenfinden und barmherzig miteinander umgehen.“

Was möchten Sie abschließend noch sagen?
Als Pfarrerin bin ich die abschließende Bekräftigung gewöhnt: „Amen“ - „So sei´s!“
In diesem Falle möchte ich aber gerne noch den alten Pilgergruß auf dem Jakobsweg hinzufügen:
„Ultreia y suseia! – Deus adiuva nos!“ – „Auf und voran! – Gott helfe uns!


Ein paar Infos zu meiner Person

Geboren 1962 in Euskirchen, im Rheinland, immer schon ökumenisch sozialisiert
Musikstudium an der Folkwang-Hochschule in Essen (Komposition, Querflöte)
1989 Glaubensdurchbruch und Berufungserfahrung in der Zisterzienser-Abtei Himmerod
Theologiestudium in Erlangen und Bonn
Vikariat in Bernkastel-Kues
Pfarrerin im Probedienst in der Königsberger Diakonie Wetzlar und in der Landgemeinde Gießen-Lützellinden
2-jährige Zusatzausbildung bei der Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL) für Geistliche Begleitung und Exerzitien-Begleitung (Augsburg)
2005 – 2010 geschäftsführende Pfarrerin in Timelkam / Oberösterreich
Schwerpunkte: Ökumene auf vielen Ebenen, u.a. Ökumenischer Glaubensbibelkurs, Ökumenische Alltagsexerzitien; Kirchensanierung
2010 – 2021 geschäftsführende Pfarrerin in Weißdorf, Dekanat Münchberg, Oberfranken
Schwerpunkte in der Gemeindearbeit in Weißdorf:
Kirchensanierung; Kirchenmusik, Konfirmandenarbeit als Jugendarbeit, Förderung der Kindergottesdienstarbeit, Liturgische und Mitmach-Gottesdienste  
Fokus im Dekanatsbezirk Münchberg:
Beauftragung für die Lektoren und Prädikanten
Koordination der Ökumenischen Alltagsexerzitien
Geistliche Begleiterin auf der Liste der ELKB
Wofür ich mich sonst noch begeistern kann:
Querflöte, Singen, Ensemblemusizieren, Analyse von Kunstwerken, Pilgern, Spanisch lernen und manches mehr