Der Weg nach Bethlehem

Weg nach Bethlehem
Bildrechte: F. Veit

Zwanzig Jahre sind es nun schon, dass Diakon Barthel von der katholischen Schwestergemeinde im Advent mit seiner Gruppe ‚Glaube und Licht‘ nach St. Paul kommt, um dort zusammen mit den Konfirmanden ein Evangelienspiel aufzuführen. Heuer waren zudem die Firmlinge der Christophorus-Schule in die Aufführung eingebunden, und eine Gruppe Kindergartenkinder von St. Paul rundete den Gottesdienst zu Beginn und gegen Ende mit einem fröhlichen Lied ab.
Die Konfirmanden unter Diakonin Magdalena Kurth führten durch den Gottesdienst. Grundgedanke war, dass bestimmte Begebenheiten das gesamte Leben eines Menschen verändern können. So auch in der dargestellten Geschichte:
Ein grimmiger Räuber folgt einem kleinen, gutherzigen Hirten auf dem Weg nach Bethlehem. Der kleine Hirte führt Brot, Wurst und einen Topf Milch mit sich und eine Decke als Geschenk für das Kind in der Krippe. Der Räuber ist sicher, dass er auf dem Weg zu einem großen Fest ist, wo sich ihm  ein erfolgreicher Beutezug bieten wird. Unterwegs aber teilt der kleine Hirte mitleidig seine Gaben an Bedürftige aus. Wütend darüber, überfällt der Räuber den Hirten. Dieser bemerkt jedoch, dass dem Schurken der Magen laut knurrt und schenkt ihm jetzt sogar Brot und Wurst gegen den Hunger. Gesättigt, aber beschämt, begleitet der Räuber den Hirten nach Bethlehem. An der Krippe angekommen, bedauert der kleine Hirte zutiefst, dass er keine Geschenke mehr für das Kind hat, doch Maria tröstet ihn: „Du hast dem Jesuskind doch einen großen Räuber mitgebracht – aus dem wird bestimmt einmal ein großer Hirte!“ Und so geschieht es. Der Räuber, verwirrt,  verspricht, sein Leben zu ändern…
Wieviel besser wäre die Welt, wenn alle Menschen sich im übertragenen Sinn öfter auf den Weg nach Bethlehem begeben und in die Krippe schauen würden! Die Begegnung mit Gott bringt die besseren Seiten im Menschen zum Vorschein, und es würde weniger der Egoismus regieren. Lassen wir uns alle doch wieder  anrühren vom Kind in der Krippe – alles andere kommt dann von selber!          (Karin Veit)