Erntedank 2020 in St. Paul - Familiengottesdienst mit der KiTa

Familiengottesdienst St.Paul Erntedank
Bildrechte: Pfarramt - F. Veit

Schon immer ist Erntedank einer der beliebtesten Gottesdienste im Jahreskreis, begeistert er doch jederzeit mit einer bunten Fülle gestifteter Erntegaben. Auch heuer lachen rotbackige Äpfel, orangefarbene Kürbisse, goldgelbe Maiskolben, braune Nüsse und andere Früchte dem Betrachter entgegen. Zwischen kunstvoll arrangierten Weizenähren, bunten Weintrauben und leuchtenden Herbstblumen erregt ein großer, ebenfalls mit goldenen Ähren und Weinbeeren bemalter Stein Aufmerksamkeit: ein Geschenk der Künstlerin Dr. Charlotte Knobloch, die im August eine Gemäldeausstellung im Gemeindezentrum St. Paul gegeben hat.
In St. Paul ist es schöne Tradition, dass der Erntedankgottesdienst als Familiengottesdienst und in Zusammenarbeit mit dem Kindergarten stattfindet. Auch dieses Jahr haben die Kindergartenkinder und ihre Erzieherinnen sich bestens darauf vorbereitet.
 Trotzdem ist es keine Feier wie in den anderen Jahren. Es lässt sich nicht leugnen: 2020 ist überschattet von der Corona-Pandemie und den entsprechenden Schutzmaßnahmen. Für die Teilnahme am Gottesdienst musste man sich anmelden. Nur 80 Personen sind – mit Abstand - in der Kirche. Wer die Anmeldung übersehen hatte, musste leider abgewiesen werden.
„Unter Gottes Schutz und Schirm“ ist das Motto der Erntedankfeier. Entsprechend sieht man aufgespannt drei bunte Schirme inmitten der Erntegaben. Zu einem eingespielten Regenlied nehmen die Kindergartenkinder erwartungsfroh ihren Platz im Altarraum ein. Pfr. Stephan Schmidt begrüßt die Kinder und seine Gemeinde. Er weist darauf hin, was Gott alles für uns Menschen getan hat und was er alles hat wachsen lassen. Zum Dank schließt das alle Sinne fordernde „Gebet der Stille“ an, das die Kinder gut kennen und begeistert mitmachen. Auch die Erwachsenen stehen auf, um in die Bewegungsabläufe einzufallen. Als dann noch „Hallelu, hallelu … lobet den Herrn“ kommt und Pfr. Schmidt ‚Buben und Männer‘ bzw. ‚Mädchen und Frauen‘ abwechselnd aufstehen und sich setzen lässt, schmunzelt, lacht und kichert es allenthalben.
Aber es wird auch wieder ernst. Jutta Danzer, die Leiterin der Kita, trägt eine Geschichte vor von den Regentropfen, die Gott zu den Pflanzen schickt, um deren Durst zu stillen, und von Kindern, die sich aus Schirmen ein gemütliches Haus bauen, um trocken zu bleiben. Dabei unterhalten sich die Kinder über die Liebe Gottes und ob man hören kann, wenn Gott mit einem spricht. „Mit den Ohren geht das nicht,“ sagt einer, „aber du kannst es fühlen! Das ist so, wie wenn Gott einen großen unsichtbaren Schirm hat. Er spannt ihn über dir auf, wenn du Schutz brauchst. Dann ist Gott dir ganz nah!“
Einen großen, aber sichtbaren Schirm spannt Pfr. Stephan Schmidt auf, als er seine Ansprache an die Gemeinde richtet. Auch er spricht zunächst von Regen- oder Sonnenschutz, kommt dann zum Virenschutz gegen das Corona-Virus und letztendlich zum großen Schutzschirm Gottes, den gerade Menschen in größter Angst spüren und erfahren können. Bereits in den Psalmen wird davon berichtet und gesungen (vgl. Ps.91), heutige Kirchenlieder haben ihn zum Inhalt (z.B. Paul Gerhard) und der oft geäußerte Wunsch „Bleib behütet!“ bezieht sich darauf.
„Gott, dein guter Segen ist wie ein Schirm und Zelt“ intonieren die Kindergartenkinder, und alle fallen ein, klatschen und machen gerne mit.
Doch noch ist der Gottesdienst nicht zu Ende. Jedes Jahr gibt es noch andere Dinge, für die es zu danken gilt, wie die Einstellung neuer Erzieherinnen oder einer Pfarramtssekretärin. 2020 ist es das Dienstjubiläum von Barbara Müller, die bereits seit 40 Jahren im Kindergarten St. Paul tätig ist. Herzlichen Glückwunsch, liebe Frau Müller, auch an dieser Stelle noch einmal!
Dankbar ist Pfr. Stephan Schmidt auch für seine Dienstzeit in St. Paul, die bereits mehr als zehn Jahre dauert. Ab Februar 2021, so teilt er den Zuhörern mit, wird er eine Stelle in der Pfarrgemeinde Melkendorf im oberfränkischen Kulmbach antreten. In St. Aegidius. Dort, wo Weißer und Roter Main zusammenfließen. Pfr. Schmidt kehrt damit zurück in die Nähe seiner Wurzeln, seiner Familie und seines 87jährigen Vaters, der immer mehr Zuwendung braucht.
In der Kirche ist es mucksmäuschenstill geworden. Staunende Blicke werden getauscht. DAS hatte man nicht erwartet!
So macht man sich nach dem Segen etwas betroffen auf den Heimweg – immerhin bleiben ja noch ein paar Monate, bis es heißt „Sag zum Abschied leise Servus…!“
Bericht: Karin Veit - Fotos: Friedrich Veit