Goldene und Diamantene Konfirmation 2018

3. September 2018. Kalendarischer Herbstanfang und Jubelkonfirmation in St. Paul. Von 34 ‚goldenen‘ und 29 ‚diamantenen‘ Jubilaren waren jeweils sechs der Einladung durch die Kirchengemeinde gefolgt. Leicht aufgeregt versammelt man sich im Gemeindehaus. Freudiges, erstauntes, manchmal fragendes Wiedersehen und –erkennen. Hübsche Anstecksträußchen für die Jubilare, dann ist es soweit: 
Begleitet von Orgelklängen zieht die Gruppe gemeinsam mit Pfarrer Stephan Schmidt hinter zwei Kreuzträgern des aktuellen Konfirmandenjahrgangs feierlich in das Gotteshaus ein und nimmt – wie auch früher als ‚grüne‘ Konfirmanden – in den vorderen Reihen Platz.

Psalm 103 ist der Leitgedanke des Gottesdienstes: Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen. Was er dir Gutes getan hat, Seele vergiss es nicht, Amen.
„Schauen Sie sich um und erinnern Sie sich!“ fordert Pfr. Schmidt die Ehemaligen immer wieder auf. Wie sah es vor 50 bzw. 60 Jahren hier in St. Paul aus? Natürlich kennt man seine Kirche und erkennt sie auch wieder – aber einiges hat sich verändert: es ist renoviert worden, Farben sind aufgefrischt oder anders geworden, Bänke wurden umgestellt, der Raum teilweise neu gestaltet. Und wenn man die ehemaligen Mitkonfirmanden ansieht, so stellt man fest, dass auch sie die Leute von damals sind, trotzdem aber alle ihr Leben gelebt haben, davon gezeichnet sind, ihre eigene Lebenserfahrung und Lebensgeschichte mitbringen.

Anders und doch dieselben – wer kennt das nicht? Humorvoll berichtet Pfr. Schmidt von einem Klassentreffen, bei dem er das Gefühl hatte: „allen sieht man die vergangenen Jahrzehnte an – nur ich bin derselbe geblieben!“ Damit erntet er verständnisvolles Schmunzeln und fröhliches Lachen. Wie schnell aber kann man nach Jahren wieder in alte Rollen schlüpfen und wie spannend ist es, Altvertrautes nach so langer Zeit wieder zu entdecken! Ein halbes Jahrhundert und mehr ist vergangen, seit die Jubilare sich gemeinsam zu ihrem Glauben bekannt haben. Gottes Beistand und Segen haben sie durch diese vielen Jahre begleitet – auch, wenn mancher das nicht so gesehen oder erkannt hat. Aber: ein halbes Jahrhundert und mehr haben sie gelebt! Leben ist kostbar. Das Leben allein ist schon Grund zur Dankbarkeit! Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen. Was er dir Gutes getan hat, Seele vergiss es nicht, Amen.

Die Konfirmandenjahrgänge 1968 und 1958 werden in den Altarraum gebeten. Zunächst die ‚goldene‘, seinerzeit von Pfr. Winter betreute Gruppe, später die ‚diamantene‘, die noch Pfr. Wunderer eingesegnet hatte. Allen Ehemaligen wird noch einmal ihr Konfirmationswort zugesprochen  und eine Urkunde überreicht. Pfr. Schmidt legt allen einzeln die Hände auf und erneuert den Konfirmationssegen, „damit er stark macht für den Blick nach vorne, für den weiteren Lebensweg“.
Nach dem Ende der kirchlichen Feier und nach den obligaten Gruppenfotos wartet im Gemeindehaus ein kleiner Sektempfang auf die Jubilare, ihre Familienmitglieder und Freunde.
Anschließend geht es wohlgemut zum gemeinsamen Mittagessen in der ‚Jahnwiese‘, bevor am Spätnachmittag Sturmtief ‚Fabienne‘ erste orkanartige Herbstböen und heftige Regengüsse durch das Maintal jagt.

kvt