Paulini – Gottesdienst für unsere Kleinsten

Es war ein recht kühler Samstagnachmittag (22. 01. 2022). Die meisten Menschen beeilten sich, von ihren Besorgungen rasch nach Hause zu kommen. Dennoch blieben einige erstaunt stehen und schauten verwundert auf das, was sich da auf dem Vorplatz von St. Paul abspielte:

Vor dem Kircheneingang verströmte, windgeschützt in einem großen Glas, eine dicke Kerze warmes Licht. Zu Füßen ihres Ständers waren auf grünem Untergrund vier dunkelbraune, verschlossene Behälter drapiert – geheimnisvolle Schatzkästlein, die zu neugierigen Überlegungen anregten. Als Unterlage von Keyboard, Gesangbuch und Notenblättern stand ein Tisch vor der linken Parkbank, wo Jonas Klante, der Organist, Platz genommen hatte. Und in weitem Rund saßen auf einladend aufgestellten Stühlen – häufig dankbar in bereitgelegte Decken gehüllt - die kleinen und großen Teilnehmer des Nachmittags.

Diakon Timo Richter und seine vier Konfi-Helferinnen Nele, Kaja, Sara und Sophie hatten sich bestens vorbereitet auf diese halbe Stunde. „Dankbarkeit“ war das übergreifende Thema, das auf unterschiedliche Weise kindgerecht in Wort, Bewegung und mit Beispielen vermittelt wurde. Bereits wohl vertraute Lieder und Gesten wurden von den Kindern begeistert aufgenommen und mitgemacht, wie z.B. „Spitze, dass du da bist“ oder das „Vaterunser“.  Gemeinsam gestikulierten, klatschten, hüpften, stampften oder tanzten Groß und Klein - immer wieder begleitet von Freudenjuchzern der Kleinen.

Gott hat uns das Leben geschenkt. Ein neues Jahr hat gerade begonnen. Wir sind voller Neugier, was darin verborgen ist. Verschlossene Brausetütchen werden verteilt. Wie fühlen sie sich an? Wie riechen sie? Was ist darin? Wie schmeckt der Inhalt? Das schon immer beliebte Brausepulver riecht wunderbar nach Orange, Zitrone, Himbeere, Waldmeister (wobei ein Kind zur allgemeinen Belustigung sogar auf dem Geruch von „Katze“ besteht) und schmeckt süß, prickelnd und aufregend. Genauso prickelnd und aufregend ist das Leben. Voller Überraschungen. Deshalb dürfen und sollen wir dankbar sein für das, was Gott in seiner großen Liebe so wunderbar für uns geschaffen hat.

Endlich öffneten die Konfis nacheinander die vier braunen Schatzkästlein. Alle durften gespannt den Inhalt mustern: da waren zunächst einmal viele farbenfrohe Farbtupfer zu sehen, sorgfältig aus Buntpapier geschnitten. Die zweite Kiste enthielt Süßigkeiten. Strahlende Kinderaugen begutachteten Kekse, Lakritz und Schokoriegel. Die dritte bot eine Obstauswahl: Birnen, Äpfel, Bananen und Trauben. Zum Schluss öffnete sich die letzte Truhe. Sie war mit allerhand interessantem Spielzeug gefüllt.
So bunt und vielfältig hat Gott unsere Welt gemacht! Süßigkeiten schmecken und können jeden Tag verschönen. (Ein verzücktes „Jaaah!“ entrang sich den kleinen Kehlen. Süßes und Farbtupfer fanden deshalb ihren Weg in die Kinderhände und durften mit nach Hause genommen werden.) Obst und Gemüse, nicht bei allen Kleinen so beliebt, sind Teil der Ernte und der guten Schöpfung Gottes. Sie tragen dazu bei, dass wir gesund bleiben. Spielzeug schließlich verhilft dazu, dass keine Langeweile aufkommt und man sich allein oder zu mehreren vergnügt beschäftigen kann. Das alles ist nicht selbstverständlich und verlangt Dankbarkeit – jeden Tag aufs Neue.

Als der Bewegungsdrang der Kinder langsam wieder übermächtig wurde, ging mit dem Glockenschlag halb sechs der Paulini-Gottesdienst zu Ende. Das Tageslicht war inzwischen geschwunden. Die Straßenlaternen leuchteten auf den Platz. Organist Jonas Klante rieb sich nach der Begleitung von „Halte zu mir, guter Gott“ die kalten Hände, und Diakon Timo Richter entließ die froh gestimmten Besucher nach dem Segen mit der Einladung zum nächsten Paulini-Gottesdienst „auch wieder warm eingemummelt, denn wir werden wieder im Freien sein!“
(Karin Veit)