Kindergottesdienst in St. Paul

Gebotstafeln
Bildrechte: Pfarramt

Außer an besonderen Festtagen findet der Gottesdienst in St. Paul regelmäßig um 9.30 Uhr statt. Manchmal aber gibt es auch hier besondere Highlights wie einen von der Norm abweichenden musikalischen Gottesdienst, einen parallelen Kindergottesdienst oder den beliebten Kirchenkaffee.
Sonntag, der 10. 11. 2019, hatte es – im wahrsten Sinne des Wortes - in sich, denn all dies traf an diesem Tag zusammen. Entsprechend gut war der Kirchenbesuch. Dazu hatte sich noch der ehemalige Hausherr von St. Paul, KR Schlüter, als Liturg angekündigt.
Als der CVJM-Posaunenchor das erste Lied anstimmte, wurden die Kinder in das Gemeindehaus geführt. Hier war vom KiGo-Team bereits alles sorgfältig für sie vorbereitet worden. Beim letzten Zusammensein hatten sie sich mit der Geschichte von Mose und den Israeliten in Ägypten beschäftigt, wie sie lebhaft anhand eines selbst erstellten Bildes rekapitulierten. „Und Plagen hat es gegeben, Gummibär-Frösche haben wir sogar gegessen“, bekam ‚die Neue‘ begeistert mitgeteilt.
Heute ging die Geschichte weiter: Mose und sein Volk, dargestellt durch eine Vielzahl von Playmobil-Männchen, zogen durch das Rote Meer, dessen blaue (Seiden-)Wogen bald die nachstürmenden Ägypter bedeckten. Auf dem Berg Sinaii empfing Mose schließlich die 10 Gebote … was das ist? Na klar – solche Regeln wie wenn Mama sagt „vor dem Abendessen gibt es keine Zitronenkaugummis mehr“ oder so ähnlich! Nun wurden die 10 Gebote den Kindern in einfacher Sprache nahegebracht, z.B. ‚Sei immer nett zu deinen Eltern und sage ihnen auch mal danke, dass sie immer für dich da sind!‘ (was gleichzeitig eine Art Hausaufgabe sein soll).
Weil Mose Gottes Gebote auf Steintafeln zu seinem Volk gebracht hatte, durften die Kinder ebenfalls ihre Gesetzestafeln basteln: mit Buntstiften malten sie Texttafeln aus, schnitten diese aus und klebten sie auf gewalzte Modelliermasse, der sie mit Bastelmessern eifrig zu Leibe rückten, bis sie die Form von zwei Gesetzestafeln angenommen hatte. Daheim würden diese Tafeln trocknen und hart wie Steintafeln werden.
Nach Schlussgebet und –lied trugen die Kinder stolz ihre 10 Gebote wie Trophäen hinüber zu ihren Eltern in die Kirche. Dort hatten die Erwachsenen inzwischen nicht nur voller Freude den musikalischen Darbietungen des Posaunenchors gelauscht, sondern auch von den Posaunen von Jericho gehört, die Mauern niedergerissen hatten. Die anschließende spannende und ganz aktuelle „Mauerpredigt“ wurde immer noch diskutiert, als man sich erwartungsfroh auf den Weg machte zum Kirchenkaffee. (Karin Veit)