Konfirmation in St. Paul

Konfirmation in St. Paul
Bildrechte: Pfarramt - Veit

Konfirmation 2019
Man kann es direkt fühlen: St. Paul vibriert förmlich. Nervöse, aufgeregte, freudig angespannte und festlich gekleidete Menschen füllen die Kirche. Vereinzelt nur, meist in den hintersten Bänken oder auf der Empore sieht man ‚regelmäßige‘ Gemeindeglieder. Es ist Konfirmation. St. Paul hat sich herausgeputzt. Flammend rote Gerbera schmücken den Innenraum – und draußen, ja draußen ist doch tatsächlich das inzwischen schon fast als eingewachsen empfundene Gerüst verschwunden, das im Herbst 2017 aufgebaut worden war!
Vierzehn junge Leute aus unserer Gemeinde wollen sich heute, am Sonntag Exaudi (02.06.2019), konfirmieren lassen, ihren Glauben öffentlich und offiziell bestätigen.
Schwungvoll beginnt die Orgel. Der Kreuzträger schreitet durch das Spalier der Gottesdienstbesucher. Ihm folgen der Kirchenvorstand, vier Konfi-Teamer, die Konfirmanden, Pfarrer Stephan Schmidt und Diakonin Magdalena Kurth. Beide hatten im vergangenen Jahr die Jugendlichen betreut, und beide teilen sich heute die feierliche Einsegnung. Posaunenchor und Orgel begleiten abwechselnd die schönen Choräle. Diakonin Kurth erinnert in ihrer Predigt an die vielen miteinander verbrachten Stunden der Konfirmandengruppe im vergangenen Jahr – sei es auf Freizeiten oder ‚nur‘ im Gemeindehaus, an die gesammelten Erfahrungen, das gemeinsam Erlernte und Erlebte. Sie nennt es den „für den Lebensweg gesammelten Proviant“, auf den man zeit seines Lebens in den entsprechenden Situationen zurückgreifen kann und soll. Sogar einen Proviantbeutel hat sie symbolisch mit wichtigen Dingen für die Konfis gefüllt (z.B. Brot – ihre intensivste Begegnung haben Menschen beim gemeinsamen Essen; Schwamm – niemand sollte sich zu fein dafür sein, um Schmutz oder Not anderer zu entfernen und deren Fehler zu verzeihen). Zuletzt zieht sie eine Packung ‚Merci‘-Schokolade hervor. Sie bedankt sich bei den Teenagern für das vergangene Jahr, denn es ist die erste Konfirmandengruppe, die sie von Anfang bis Ende mit betreut hat, und „es hat richtig Spaß gemacht!“
Die eigentliche Konfirmationshandlung endet mit der Segnung der vierzehn Jugendlichen durch die beiden Geistlichen, immer wieder unterbrochen durch den Liedruf „Gott segne dich, behüte dich…“ Zur Erinnerung an diesen Tag bekommen die jetzt Konfirmierten von ihren Konfi-Teamern jeweils ein kleines Kreuz umgehängt. Das Grußwort für die Gemeinde hält Alexandra Kastner, stellvertretende Vertrauensfrau des Kirchenvorstands. Sehr einfallsreich hat sie einen Vergleich aus der Tourismusbranche gewählt. „Please confirm your ticket!“ wendet sie sich die jungen Leute, setzt die Taufe gleich mit einem Freiflugschein in das Land der Christen und ergänzt später auch „Thanks for confirming your ticket!“, „Danke, dass ihr ‚Ja‘ gesagt habt!“
Neu und überraschend in St. Paul sind Grußwort und Glückwunsch eines jugendlichen Teamers an seine neuen „Kollegen“. Vielen Dank dafür, lieber Fabian!
Dafür ist es fast schon schöne Tradition in unserer Kirche, am Ende des Festgottesdienstes das Elterngrußwort gesungen zu präsentieren. Dieses Jahr gab es zu Gitarrenbegleitung alle Strophen von „Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen...“ -  besonders freudig beklatscht von denen, für die es gesungen worden war und die sich dann auch frohgemut zu ihrer ganz persönlichen Feier auf den Weg machten.

(Text: K. Veit, Foto: F. Veit)