„Mein“ Ökumenischer Frauentreff

„Uns fehlt die Wärme und freundliche Atmosphäre von St. Paul!“, meinte ein ehemaliges Gemeindemitglied, als ich fragte, ob die Familie nach dem Umzug in der neuen Umgebung ‚angekommen‘ wäre.

Wärme und Freundlichkeit – genau dies schlug mir entgegen, als ich am Samstag ins Gemeindezentrum St. Paul kam, um an dem neuen Ökumenischen Frauentreff  teilzunehmen.

Priska Nied und Petra Groß hatten ihn bereits im Frühjahr unter dem Motto Begegnen – Austauschen – Ermutigen aus der Taufe gehoben und seitdem hat es jedes Vierteljahr eine Veranstaltung gegeben. Im März hatte man sich unter der Vorgabe „Säen was ich ernten möchte“ getroffen und erst einmal vorsichtig beschnuppert. „Staunen was gewachsen ist“ brachte die Gruppe im Juni zur Landesgartenschau. Darauf folgte Anfang Oktober eine gemeinsame dreistündige Wanderung mit gemütlicher Kaffeepause, wovon alle, die teilgenommen hatten, immer noch schwärmten. Jetzt, beim Winter-Treffen, zog mich das Angebot „Zur Ruhe kommen…“ magisch an. Eine vielversprechende Ansage – so sie denn umgesetzt werden konnte.

​​Und es gelang tatsächlich! Warmer Teeduft, ein freundliches „Willkommen!“, ein herzlicher Händedruck, neugierig-fragende Augen – ich war angekommen. Etwa ein Dutzend Heidingsfelder Frauen freuten sich auf einen unbeschwerten Nachmittag miteinander. Fünf Stationen mit verschiedenartigsten Beschäftigungsmöglichkeiten gab es, die es nach Belieben wahrzunehmen galt:

-   eine Karten- und Bücherecke, wo man sich niederlassen, gemütlich schmökern oder auch nur etwas anschauen durfte,
-   den mit viel entsprechendem Material ausgestatteten Basteltisch, an dem – im Vorgriff auf die nahende Adventszeit -Vorlagen für diverse Sterne ausgelegt waren,
- eine Handmassage, welche netterweise die ‚Nachbarin von gegenüber‘, Frau Berthold-Seubert, anbot,

- den abgedunkelten Meditationsbereich in der Kirche, wo man bei leiser Musik Erinnerungslichter anzünden konnte
- und schließlich eine Art Ergebnis-Plakat , wo etwas eingetragen, aufgemalt oder aufgeklebt werden sollte.

Die überlegte und so unterschiedliche Auswahl der Angebote
hat mich sehr angesprochen. Jede konnte ihren Schwerpunkt setzen, Impulse jedweder Art aufnehmen, ins Gespräch kommen oder nur zuhören. Das harmonische Miteinander war entspannend, eingefasst von einem kleinen Begrüßungs- und Verabschiedungsritual.

Selber musste ich den Kreis etwas früher verlassen – einer unserer Söhne wurde auf der Durchreise bei seinen Eltern erwartet. Da ich dies wusste, begann ich meine ‚Angebotstour‘ mit der Handmassage. Tat das gut! Wann sind meine Hände je so gestreichelt, geknetet und eingekremt worden? Ein Extra-Dankeschön für diesen Treat! Dann ging es an den Basteltisch. Oje – eingeölte Finger hinterlassen Spuren – also lieber erst mal in die Kirche. Dämmerlicht. Flackernde Teelichter im Sandteller auf dem Taufstein. Meditative Musik. Platz nehmen, Augen zu und tief durchatmen. Kopf und Seele loslassen. Brrr – war das auf einmal kalt! Also schnell auf die Heizungslüftung gestellt! Ortswechsel war wohl besser. Im Gemeindehaus gab’s doch Plätzchen und heißen Tee! Mit dem Glas zu den Büchern? Na also! Schöne Bildbändchen lagen da, auch interessante Schriften. Ich las mich fest. Die Zeit verging im Flug. Herrjeh – das Schluss-Plakat! Ich war gerade vertieft in fränkische Anekdoten und Sprüche – ein Vers aus diesem Büchlein wär doch was? Schließlich sind wir in Franken und Humor gehört für mich wesentlich zum Leben dazu! Da – die Erinnerung, an der Schlussrunde teilzunehmen. Nach dem Segenswort laufe ich zu Mann und Sohn – wieder in Eile (aber freudiger) und doch innerlich ruhig und ausgeglichen. Wenn mein „Dankeschön“ am Samstag nicht mehr richtig ankam, soll es hier aufrichtig nachgeholt sein, ebenso wie das „Wiedersehen“ an die, deren Hand ich nicht mehr geschüttelt habe…  - kvt -