Mit (Anti-) Corona-Psalm zum Städtele hinaus

Verabschiedung
Bildrechte: Friedrich Veit

Sonntag, 24. Januar 2021. „Corona-Absenz“: Pandemie-bedingt sporadisch besetzte Kirche. Verabschiedung von Pfr. Stephan J. Schmidt - ein minutiös durchdachter, hervorragend organisierter, sehr persönlicher Gottesdienst.  Der Ablauf schloss viele Beteiligte ein, und der äußere Rahmen wurde souverän vom Vertrauensmann des Kirchenvorstands geleitet. Dazu zauberten Anne Cox-Schindelin an der Harfe und die Sopranistin Angela Leupold Konzertatmosphäre in den Kirchenraum.
Für seine Predigt hatte Pfr Schmidt den bekannten Psalm 121 gewählt. Auf eigene Erfahrungen und solche seiner Umgebung zurückgreifend, verwob er diese mit dem altüberlieferten Text. Dabei hob er hervor, wie sehr die vertrauten alten Worte trösten, Mut machen und Zuversicht geben. Psalm 121 ist regelrecht ein (Anti-) Corona-Psalm und gerade heute ganz aktuell: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn…“Der Psalm endet mit dem Segenswunsch: „Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! Amen“
Dekan Dr. Slenczka war informiert über die jahrelange Bautätigkeit in St. Paul und übernahm in seiner Ansprache das Bild des Bauens. Er betonte, dass der „Bautrupp Schmidt“ unabhängig von den vielen sichtbaren Erfolgen noch wichtigere Spuren hinterlassen hätte in den Seelen und im Gedächtnis der Gemeinde. Er bat KollegInnen, Kirchenvorstand und Mitarbeitende aus der Pfarrgemeinde um engagiertes gemeinsames ‚Weiterbauen‘ auf dem Grund Jesu Christi während der Vakanz-Zeit. Es folgte die offizielle Entpflichtung des Amtsinhabers. Danach segnete der Dekan Pfr. Stephan J. Schmidt und dessen Frau Christina. Dem Gottesdienst schlossen sich Gruß- und Abschiedsworte an, sowie die Übergabe von Geschenken – alles ‚wie immer‘ und doch sehr ungewohnt ohne Handschlag, Umarmung, mit Maske und Abstand.
Bei aller Abschiedsstimmung gab es dennoch ein paar heitere Momente – etwa die Worte des Dekans, der es sich „nie hätte träumen lassen, einmal jemanden aus einem Bischofssitz zu verabschieden“ (so hatte Pfr. Schmidt sein Pfarrhaus bezeichnet), die Sorge des katholischen Kollegen vor einem „Katholikenfresser“, oder die überzeugte Behauptung einer 2-Jährigen. Sie soll beim Anblick eines Fotos von Pfr. Schmidt geäußert haben: “Das ist der liebe Gott!“
Draußen auf dem Kirchplatz wartete noch eine Überraschung - zwei Trompeter bliesen zur Freude aller Pfr. Schmidt mit „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus“ aus DEM Städtle hinaus. (Karin Veit)