Pfarrer Stephan Schmidt und seine Familie verabschieden sich aus St. Paul

Pfr. S.Schmidt u. C.Schmidt
Bildrechte: Schmidt

„Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2.Timotheus 1,7) - Dieser Zuspruch der Bibel hat mich durch die letzten Monate begleitet und ermutigt. Durch Corona hat sich Vieles im privaten und öffentlichen Leben verändert – auch in unseren Kirchengemeinden. – Und jetzt auch noch ein Pfarrstellenwechsel!?
Ja, in dieser besonderen Zeit ist das ein Wagnis, aber auch eine Chance. Ab Februar 2021 werde ich auf die Pfarrstelle an der Aegidiuskirche Melkendorf im Dekanatsbezirk Kulmbach wechseln. Etwa 9 ½ Jahre Dienst liegen noch vor mir und ich bin bereit, mich neuen Aufgaben zu stellen. Und das bedeutet auch Abschiednehmen. Dankbar und erfüllt blicke ich zurück auf gut 11 Jahre. Eine sehr intensive und erfüllte Zeit!
Seit September 2009 bin ich Pfarrer an St. Paul in Würzburg-Heidingsfeld mit der Lukaskirche im Steinbachtal. In diesen Jahren gab es manche Veränderungsprozesse und neue Herausforderungen in der Gemeindearbeit. Wir haben sehr schöne Kirchenjubiläen (100 Jahre St.Paul – 50 Jahre Lukaskirche) und besondere Feste ausgiebig gefeiert und ziemlich viel gebaut…die Generalsanierung des denkmalgeschützten Pfarrhauses, der Neubau der Kindertagesstätte St. Paul und der Umbau des alten Kindergartens zum Gemeindezentrum. Es gab intensive Seelsorgeeinsätze, wertvolle Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Menschen, insbesondere auch in der ökumenischen Arbeit im katholischen Würzburg.
Ein buntes und vielfältiges geistliches Angebot von Gottesdiensten und Feiern in unterschiedlichen Formen, Liturgie und Musik lagen mir am Herzen.
Meine Frau Christina hat als Kirchenmusikerin in den letzten Monaten den Orgeldienst übernommen. Sie war mir in all diesen Jahren eine wunderbare Partnerin an meiner Seite und hat – oft eher im Hintergrund – mich immer unterstützt. Unsere beiden Töchter Franziska und Johanna sind inzwischen selbstständig und gehen ihre eigenen Wege in Dresden und Würzburg.
Offen und freundlich aufeinander zugehen, das war mir wichtig und das habe ich auch in unserer Gemeinde erleben dürfen. Manche Grenzen konnten dabei überschritten werden: weder Alter noch Frömmigkeit, weder Schulausbildung noch Bekanntheit waren wirkliche Hürden. Eine Gemeinde und ein Kirchenvorstand, der offen war für neue Impulse und die anstehenden Aufgaben beherzt angegangen ist. Stellvertretend danke ich den beiden amtierenden Vertrauensleuten des Kirchenvorstandes, Alexandra Kastner und Udo Feldinger und allen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern in all diesen Jahren.
Und neben den vielfältigen Aufgaben konnte ich mich in Heidingsfeld für ein außergewöhnliches „Hobby“ begeistern. Als König, Müller, Bettler oder siebter Zwerg von links entdeckte ich bei den „Märchenspielern St. Paul“ eine ganz neue Begabung und eine tolle Theater-Crew.
Der Abschied von dem engagierten Team von Mitarbeiterinnen in Gemeinde und Kindergarten, ehrenamtlich aktiven Menschen in Heidingsfeld und im Steinbachtal und Kollegen in der Nachbarschaft fällt mir schwer. Wir waren gerne hier. Herzlichen Dank Ihnen und Euch allen!
Wenn alles Reden und Diskutieren zu einem Ende kommt, dann bleibt ein letzter Hauch von Gesang und Musik. Die Musik und der Gesang spielen in unserer Familie eine wichtige Rolle. Der Lobgesang unseres Herrn soll weiterklingen, auch im Abschied. Leider wird mein Abschied am Sonnta, 24.01.2021 nicht wie geplant stattfinden können. Wir hoffen, dass wir im Sommer, wenn die Hygienevorschriften ein leichteres Zusammenkommen zulassen, dann richtig Abschied nehmen können.
Herzlichst Ihr Pfarrer Stephan Schmidt