Verabschiedung von Magdalena Kurth

Abschiedsgottesdienst
Bildrechte: U. Feldinger - St.Paul

Kurz war die Zeit, Frau Kurth, so kurz! (Karin Veit)
Die Paulaner waren stolz auf „ihre Diakonin“ Magdalena Kurth – hatte man mit der ausgebildeten Diakonin und Sozialpädagogin nun doch ein echtes Gegengewicht zum „Klee Bischof“, dem allseits beliebten Diakon Anton Barthel der katholischen Schwestergemeinde! Außerdem meinte man, eine „fertige“ Diakonin würde nicht nach wenigen Jahren schon wieder weiterziehen wie die Vikare, die sich in St. Paul ja bloß auf den Antritt eigener Pfarrstellen vorbereiteten.
Aber es sollte anders kommen. Bereits im Frühjahr 2020 verabschiedete sich die Diakonin nach nur zweieinhalb Jahren. „Der Mensch denkt, Gott lenkt!“ heißt es so schön – und in diesem Fall lenkte Gott Magdalena Kurth auf eine volle Stelle als Dekanatsjugendreferentin im Evangelischen Jugendwerk Würzburg.
Kurz war die Zeit, Frau Kurth, so kurz!
Dennoch hat sie mit ihrer frischen, zupackenden Art in Heidingsfeld Spuren hinterlassen. Wie Udo Feldinger, Vertrauensmann des Kirchenvorstands St. Paul, und Diakon Barthel für die katholische Pfarreiengemeinschaft Heidingsfeld und St. Bruno in ihren Grußworten hervorhoben, bereicherte Magdalena Kurth  das Gemeindeleben u.a. durch ihren engagierten Einsatz in der Jugendarbeit, die Wieder-Einführung des Kindergottesdienstes für 6 – 13Jährige, interaktive „Malanders“- Gottesdienstfeiern und die unkonventionelle Art, mit der sie sich unvoreingenommen auf alles für sie Neue einließ – auch auf die gemeinsam mit den Behinderten der Gruppe „Glaube und Licht“ bzw. den Firmlingen der Christophorus-Schule und den Konfirmanden gestalteten Adventsgottesdienste.
Kurz war die Zeit, Frau Kurth, so kurz!
Die Corona-Pandemie verhinderte die geplante Verabschiedung von Magdalena Kurth am Pfingstsonntag. Auch jetzt, am 5. Sonntag nach Trinitatis (12.07.2020), gelten noch Corona-Bedingungen. Masken müssen getragen werden, Gemeindegesang ist schwierig, Körperkontakt untersagt.
So erfolgt die Entlassung der Diakonin aus ihren Gemeindepflichten durch Pfr. Stephan Schmidt in der mit sozialem 1,5m-Abstand besetzten Kirche zwar ohne Handauflegung beim Segen und ohne Umarmung, trotzdem aber nicht ohne Tränen der Rührung.
Von einer Live-Band und dem Blue Tooth Beitrag „Du schreibst Geschichte“ unterstützt, führt Magdalena Kurth selbst durch den Gottesdienst. „Mut, Glauben und Vertrauen“ sind ihr Anliegen, das sie vermitteln will. Wie so oft, wählt sie Beispiele aus dem eigenen Leben. Zieht die anderen mit hinein. „Wer ist schon mal vom 1m-Brett gesprungen? Aufstehen, bitte!“
„Aha – so viele! Und von 5 Metern? Die anderen bitte setzen!“ So geht es weiter, bis beim 10m-Brett nur noch wenige stehen bleiben. Denn dieser Sprung braucht bekanntlich besonders viel Mut.
Auch das normale Leben fordert oft Mut. Entscheidungen. Neuanfänge. Überwindung und Bekenntnis. Das Verlassen der Komfortzone. Dazu fordert sie auf. Vorbilder gibt es genug in der Bibel: die Jünger lassen Haus, Hof und Familie hinter sich und folgen Jesus nach – vertrauen ihm rückhaltlos. Paulus wechselt seinen Beruf, wird vom Christenverfolger zum Evangeliumsverkünder. Und wir heute? Auch wir sollten den Mut haben, uns zum Glauben zu bekennen – selbst, wenn dies in unserer Zeit nicht leicht ist und oft belächelt wird, wenn nicht sogar angefeindet. In diesem Zusammenhang berichtet Magdalena Kurth freimütig, dass auch sie die Frage nach ihrem Beruf schon manchmal mit „Sozialpädagogin“ beantwortet hat, um nicht unangenehmen Diskussionen und Hänseleien ausgesetzt zu sein. „Gott versteht das“, sagt sie, „Gott hat schon alles gesehen – er kennt die Menschen durch und durch!“ Getragen von diesem Vertrauen fordert sie auf, mutig die eigene Geschichte zu schreiben und sich auf persönliche  Erfahrungen mit Gott einzulassen.
„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ (2 Tim., 7). Dieses Bibelwort wählt Pfr. Stephan Schmidt für seinen Rückblick auf die gemeinsame Zeit mit Magdalena Kurth, die offizielle Entpflichtung und seine Abschiedsworte. „Danke für alles, was du in diesen wenigen Monaten Geschichte in St. Paul geschrieben hast!“ sagt er in Anspielung auf das gehörte Lied sowie die Predigt und übergibt ein kleines Kreuz als Abschiedsgeschenk.
Wie immer, schließen die Gruß- und Dankesworte an den Gottesdienst an; kleine und große Geschenke werden überreicht. Zuletzt ergreift die Diakonin noch einmal das Wort, um der Gemeinde St. Paul zu danken – Pfr. Stephan Schmidt, den Mitarbeitenden, dem Kirchenvorstand und allen, die ihr Leben in den vergangenen zweieinhalb Jahren bereichert haben. Besonders an die Jugendmitarbeiter wendet sie sich: „Ihr seid eine tolle soziale Truppe – schreibt weiter Geschichte in St. Paul!“
Hoffentlich geht Ihr Wunsch in Erfüllung, liebe Frau Kurth! Ihnen aber wünscht St. Paul viel Freude segensreiches Wirken auf Ihrer neuen Stelle und, dass Sie dort länger Geschichte schreiben können. Wir in Heidingsfeld hingegen müssen sagen: Kurz war die Zeit, Frau Kurth, so kurz!